FIRMENINSOLVENZSTATISTIK, 1. bis 3. Quartal 2017: 21 Insolvenzen pro Werktag

In 1.597 Fällen (-4,8%) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen
. Die Höhe der Insolvenz-verbindlichkeiten beläuft sich auf rund 1 Mrd. Euro (-50%)
. Rund 12.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Die Insolvenzursachen liegen hauptsächlich in kaufmännischen Fehlern der Geschäftsführung, im verstärkten Konkurrenzkampf, der sich in sinkenden Preisen und Margen niederschlägt.

Unternehmensinsolvenzen 1.-3. Quartal 2017

  1.-3. Quartal
2017
1.-3. Quartal
2016
Veränderung
absolut 
Veränderung
in %
Unternehmensinsolvenzen 3.924  4.182  -258 -6,2
 – Eröffnete Insolvenzen 2.327 2.505 -178   -7,1
    davon eröffnete Konkursverfahren 1.962 2.142  -180 -8,4
    davon eröffnete Sanierungsverfahren
    mit Eigenverwaltung
55 42 13 +31,0
    davon eröffnete Sanierungsverfahren
    ohne Eigenverwaltung
310 321 -11 -3,4
– Mangels Vermögens abgewiesene   
  Insolvenzverfahren 
1.597 1.677 -80 -4,8

Bundesländervergleich: Nur in Niederösterreich steigen die Insolvenzen
Den stärksten Rückgang verzeichneten die Bundesländer Vorarlberg (-21,0%), Burgenland (-17,3%) und Steier-mark (-15,7%). Gegen den Trend stiegen die Insolvenzen nur in Niederösterreich (+11,8%). Die höchste Insol-venzbetroffenheit herrschte in der Bundeshauptstadt mit 16 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen, die geringste in Vorarlberg mit 6 von 1.000 Unternehmen. Österreichweit mußten rund 11 von 1.000 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten.

Branchenvergleich: Gute Entwicklung in der Industrie und im Handel
Besonders erfreulich ist der starke Rückgang in den für die Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung wichtigen Branchen „Sachgütererzeugung“ (-13,3%), „Handel“ (-11,4%) und „Bauwesen“ (-7,5%). Dem gegenüber berichten nur zwei Branchen von steigenden Insolvenzen: „Kredit- und Versicherungswesen“ (+18,1%) und „Beherbergungs- und Gaststättenwesen“ (+3,8%).

Conclusio 1

. bis 3. Quartal 2017 – Ausblick Gesamtjahr 2017
Als Creditreform im Frühjahr an die 4.000 österreichischen Klein- und Mittelbetriebe nach ihrer aktuellen Wirtschaftslage und nach ihren zukünftigen Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragte, zeichnete sich schon ein positives Bild ab. Umsatz- und Ertragserwartungen zeigten einen seit 2007 nicht mehr gesehenen Optimismus. Die aktuell vorliegenden Konjunkturdaten der Wirtschaftsforschungsinstitute belegen den allgemeinen Aufschwung. Die Unternehmen produzieren und verkaufen mehr, das Zinsniveau bleibt dank EZB niedrig. Somit gehen auch die Insolvenzen weiter zurück. Als große Unbekannte bleiben die Auswirkungen des BREXIT, die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung (in Deutschland) und sonstige Unwägbarkeiten wie die Gefahr einer krie-gerischen Auseinandersetzung in Korea.
 
Für das Gesamtjahr 2017 ist mit einem weniger starken Rückgang auf rund 5.200 Verfahren zu rechnen .  

Weitere Informationen finden Sie unter www.creditreform.at
Quelle: Creditreform