GRASS – Rückblick auf den Salone del Mobile

Jedes Jahr im Frühjahr wird Mailand für ein paar Tage zum Mekka der Möbel- und Einrichtungsbranche. Anders als auf anderen Messen wird in Mailand das Möbel richtiggehend gefeiert. Nicht das Business steht im Vordergrund, sondern die Show, die Inszenierung, die neuen Ideen. Alle zwei Jahre, wenn die EuroCucina im Rahmen des Salone del Mobile stattfindet, gilt das auch für die Küche.

Die Zukunft der Küche – ihre deutlichste Verkörperung war in diesem Jahr im Designviertel Brera zu sehen. In Brera hat sich abseits des traditionellen Messegeländes ein Ausstellungsareal etabliert, wo noch mehr Wert auf Design gelegt wird als auf der ohnehin schon designlastigen Messe selbst. In Showrooms, Hinterhöfen, auf temporären Plattformen zeigen hier internationale Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen.

Transparenz und Natürlichkeit

Die opulenten Orient-Bezüge der letzten EucoCucina, die Monolithen, die massiven Arbeitsplatten sind kaum mehr zu sehen. „Zwei Worte fassen die zentralen Trends zusammen: Transparenz und Natürlichkeit“, sagt Harald Klüh, der Global Brand Manager von GRASS
. „Glas und offene Strukturen beherrschen das Bild
. Was früher Schrank war, ist jetzt Regal. Gleichzeitig war es noch nie so grün in Mailand wie auf der diesjährigen EuroCucina.“ Beide Trends sind das Ergebnis einer Entwicklung, die schon länger im Gange ist: dem Zusammenwachsen von Wohn- und Kochbereich.

Nicht die Küche verschwindet. Das Bild der Küche, das sich spätestens seit der Entwick-lung der modernen Einbauküche kaum verändert hat, ist im Umbruch. Es lernt von der Gestaltung des Wohnbereichs. Es wird wohnlicher, behaglicher, erinnert weniger an Arbeit. Diese Transformation funktioniert nur durch ein harmonisches Miteinander von Design und Technik: Auf der einen Seite halten Wohnzimmermöbel-Elemente wie Bücherregale Einzug in der Küche und verändern den Charakter des Raums funda-mental
. Auf der anderen Seite sorgen Bewegungs-Systeme und Stauraumkonzepte dafür, dass die wohnliche Anmutung der Küche nicht durch technische Geräte oder funktionale Komponenten geschmälert wird. Bei bulthaup kam zum Beispiel das bewährte Unterflur-Führungs-System Dynapro von GRASS zum Einsatz. Mit exzellenten Laufeigenschaften schafft Dynapro die technische Voraussetzung, Dinge „verschwinden“ zu lassen – und ist damit perfekt einsetzbar für radikale Konzepte wie die von bulthaup.


Scharnier-Klassiker Tiomos

Ebenfalls im Einsatz war der Scharnier-Klassiker Tiomos, bei dem GRASS bereits zur interzum 2017 eine Neuheit vorstellte, der den Trend zum Verschwinden ganz buchstäblich vorwegnahm. Tiomos H – das H steht für „hidden“ (verdeckt) – tritt in größter Konsequenz hinter dem Möbel zurück. Besser noch: Es verschmilzt mit dem Möbel und wird so beinahe unsichtbar. Das verdeckte Scharnier Tiomos Hidden wird im Korpus eingefräst und bildet so eine Fläche mit der Tür und der Innenwand des Möbelstücks. „Technik wird immer intelligenter, die Funktionen immer komfortabler – dabei aber immer weniger sichtbar“, so beschreibt der Marketingleiter von GRASS, Andreas Marosch, das Produkt.


Individualisierung mit Accessoires

Rund 50 Aussteller auf dem Salone del Mobile vertrauen, was das Innenleben betrifft, auf die Technologien von GRASS. Das Spektrum reicht vom Badspezialisten Mobil Crab über die Holzkünstler von Toncelli bis hin zu deutschen Größen wie Häcker oder Leicht. Auch Arrital stattet seine Küchen mit Nova Pro Scala aus. CEO Mauro Giacomini erklärt die Transformation der Küche mit Gefühlen: „Früher hat man Küchen verkauft“, sagt er. „Heute verkauft man Emotion – und mit ihr die Küche.“ Technik wie die GRASS Produkte und Material wie Stein oder Glas sind für ihn Transportmöglichkeiten für Emotion.

Grün statt Vernetzung

Interessanterweise spielte die vernetzte Küche in Mailand kaum eine Rolle. Unsere Welt ist kompliziert geworden – nicht nur, aber auch durch Technologie . Insofern überraschte das viele Grün und die matten Flächen nicht wirklich. Bei Valcucine zum Beispiel kam man sich beinahe vor, als sei man nicht in einer riesigen Industriehalle, sondern in der Natur. Enrico Zanetti von Valcucine weiß genau, warum das so ist: „Das Standdesign kommt dem Valcucine-Gründer Gabriele Centazzo, der auch die Küchen gestaltet, entgegen. Er liebt die Natur und lebt in einem Haus mitten im Wald. Dieses Gefühl möchte er, zumindest ansatzweise auch für den Stand erreichen.“

„Raum im Raum“

Dass die Küche einem fundamentalen Änderungsprozess unterliegt, ist nach dem Salone del Mobile 2018 nicht mehr zu übersehen. Bei Leicht Küchen ging man hinsichtlich der Verschmelzung von Wohnen und Kochen ebenfalls ziemlich zielstrebig vor. Highlight war ein frei im Raum platzierbarer Kubus. Ein „Raum im Raum“, der umfassende Funktions- und Stauraumlösungen mit einem hohen Maß an Wohnlichkeit verbindet. Der begehbare Kubus bietet im Inneren viel Stauraum und kann als Speisekammer und Hauswirtschaftsraum genutzt werden.  Bei Häcker Küchen sorgten Regal- und Schrankkomponenten dafür, dass die Küche aussah wie das Wohnzimmer.


Leicht Küchen:  Verschmelzung von Wohnen und Kochen


Regal- und Schrankkomponenten bei Häcker Küchen

Fazit: Ob Küche und Bad nun im Wohnraum aufgehen oder vielleicht eines Tages wieder als einzelner Raum im Trend liegen – das, worum es letztlich geht, ist: der zufriedene Kunde.

Weitere Informationen über GRASS finden Sie unter www.grass.eu
Quelle: Grass