Gruber + Schlager Möbelwerkstätten stellt Konkursantrag

Nachdem die bis zuletzt geführten Verhandlungen mit potentiellen Investoren erfolglos waren, hat die oberösterreichische Möbelwerkstatt Gruber + Schlager GmbH mit Sitz in Ort im Innkreis am Freitag, beim zuständigen Landesgericht Ried einen Antrag auf Einleitung eines Konkursverfahrens eingebracht.

Aktiva von 3,46 Millionen Euro (von denen freilich 2,71 Millionen zugunsten der Banken verpfändet bzw. abgetreten sind) stehen Passiva von 6,31 Millionen Euro gegenüber. Insgesamt 90 Dienstnehmer sind von der Insolvenz betroffen.

Altlasten, Management-Fehler und schwieriger Markt als Insolvenzursachen
In der österreichischen Möbelindustrie herrscht ein intensiver Verdrängungswettbewerb. Die Branche der Möbelhersteller in Österreich verzeichnet seit Jahren einen stetigen Umsatzrückgang

. Vor allem die Hersteller hochwertiger Möbel spüren einen Rückgang der Kundschaft aus der Mittelschicht. Mitbewerber in Form von großen Möbelproduzenten aus dem Ausland und die Tendenz der Käufer zu kostengünstiger Massenware trugen wesentlich zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation von Gruber + Schlager bei.

Zudem haben sich aus heutiger Sicht über die vergangenen fünf Jahre, auch seit 2014, folgende teils grobe Management-Fehler herauskristallisiert:

•    Fehlende bzw. mangelhafte Produktentwicklung
•    Keine Anpassung an den Markt
•    Repositionierungsversuche ohne klares Konzept
•    Schwächung des Vertriebs
•    Die aktuelle Kollektion erreichte bei weitem nicht die erwartete Abnehmerschaft und führte zu einem weiteren Verfall des Umsatzes

Ein wesentlicher Auslöser für die Insolvenz ist zudem ein Reinvestitionsbedarf, unter anderem für eine Staubfilteranlage, in Höhe von bis zu einer Million Euro.

Gruber + Schlager stand bereits 2013 de facto wirtschaftlich vor dem „Aus“, als im November 2013 die Kerbler Holding mit zunächst 50 Prozent einstieg. Mitte Dezember 2013 übernahm die Kerbler Holding aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation (nicht bezahlte Gehälter, offene Forderungen von Finanz und Sozialversicherung) das Unternehmen zur Gänze.
Bereits im Lauf des Jahres 2014 waren immer wieder Zuschüsse des Eigentümers nötig, um den Betrieb von Gruber+Schlager aufrecht zu erhalten. Ein im März 2015 erstelltes Restrukturierungskonzept ergab einen Liquiditätsbedarf von weiteren bis zu 3,8 Millionen Euro, um den Betrieb nur für 2015 aufrecht zu erhalten . Dennoch hätte die Zukunft des Unternehmens selbst mit einem solchen Geldzufluss nicht über das Jahr 2015 hinaus nachhaltig gesichert werden können.
Quelle: Milestones in Communication