Möbelbranche in Österreich: Neue Chancen durch digitale Plattformen

Denn On- und Offline-Vertriebskanäle wachsen immer enger zusammen und verweben sich zu Retail-Konzepten, die den Verbraucher zukünftig überall und jederzeit erreichen
. Zu Hause auf dem Sofa ebenso wie unterwegs via Handy oder direkt vor Ort im Geschäft. „Die Bereitschaft, zunehmend digitale Plattformen zu nutzen, nimmt deutlich zu“, unterstreicht auch Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie und TEAM 7-Geschäftsführer. „Die digitalen Möglichkeiten und Multichannel-Strategien bieten große Chancen, um deutlich mehr potentielle Kunden anzusprechen und mit attraktiven Einrichtungsideen zu inspirieren. Allerdings muss dabei immer der Mensch mit seinen persönlichen Wünschen und individuellen Anforderungen im Mittelpunkt stehen.“

Grenzenlos und smart einkaufen
Das sehen die Ladenbauexperten aus Amstetten genauso und setzen auf „Seamless Shopping“, um ein „nahtloses“ Einkaufen zu ermöglichen. „Der Konsument macht sich keine Gedanken mehr über Phasen, in denen man ein Produkt langwierig aussucht, bezahlt oder abholt“, erklärt Bernd Albl. „Beim ‚Seamless-Shopping’ ist der gesamte Einkaufsprozess mit einem angenehmen Faktor beziehungsweise einem Glücksgefühl verbunden, alles andere passiert im Hintergrund.“ Denn nicht der Kunde muss das Produkt suchen, sondern das Produkt den Kunden finden.

Den Kunden immer fest im Blick
Möbelanbieter müssen den Kundenwünschen gerecht werden
. „Ein fließender Brückenschlag zwischen digitalen und physischen Einkaufserlebnissen ist die Voraussetzung für die vom Kunden gewünschten Multi-Channel-Möglichkeiten“, rät der Store Maker. „Dabei handelt es sich um einen Prozess, der nicht mit einer Einmalinvestition getan ist. So eine Entwicklung muss permanent vorangetrieben werden.“ Dazu gehören z. B . Bildschirme und elektronische Displays ebenso wie Apps, die sich bequem auf Smartphones und Tabletts laden lassen. Auch „Augmented Reality“ zieht zunehmend in das Marketing ein
. Ein Mix aus virtueller Realität und der realen Welt: In wenigen Minuten kann der Verbraucher sich z. B. via App und Handykamera ein gewünschtes Sofa als Animation in das heimische Wohnzimmer auf den Bildschirm laden. Auf diese Weise lassen sich erklärungsintensive Systeme zum einen im Internet planen und außerdem parallel dazu im Geschäft emotional inszenieren.

Emotionen machen sich bezahlt
Maßnahmen, die sich bezahlt machen. So ergab eine von umdasch mit der Universität Wien durchgeführte Studie, dass „Digital Signage“ mit emotionalen Inhalten auf Displays einen starken Einfluss auf Kognition, Emotion und Verhalten von Konsumenten hat. Egal ob Head-up-Screen zum Einstieg, Mini-Signage für passgenaue Werbebotschaften am Verkaufsregal, Transparent-Box für Produktpräsentationen oder ein virtueller Point-of-Sale als Erlebnisinszenierung mit Interaktionsmöglichkeiten – effektive Botschaften animieren zur Kaufentscheidung
. Aber auch Hilfestellungen im Netz machen die Planung und den Einkauf für den Kunden komfortabler. Virtual Assistants, Chats und Blogs halten den Kontakt und bieten rund um die Uhr Unterstützung. Selbstredend, dass mediale Präsenz bei Google, Facebook und anderen Portalen zukünftig ebenfalls ein Must-have sind.


Vorteile für Handel und Industrie
„Die digitale Vernetzung ist unausweichlich und wird uns noch viele Jahre lang beschäftigen“, erklärt Dr. Georg Emprechtinger. „Sowohl der Handel als auch die Industrie müssen umdenken, neue Strukturen entwickeln und sich auf eine veränderte Kundschaft einstellen.“ Der Verbraucher von morgen ist informierter, anspruchsvoller in Bezug auf individuelle Lösungen und verlangt nach kurzen Wegen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen ihre Daten fest im Griff haben. „Das führt zu sinnvollen Prozessoptimierungen. Zudem erleichtert es die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel und ermöglicht eine Win-win-Situation: Dienstleistungen können schneller erbracht, digitale Konzepte leichter umgesetzt und Strategien nahtloser vollzogen werden.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.moebel.at
Quelle: Österr. Möbelindustrie