Österreichischer Büromöbelmarkt stabilisiert sich 2026 – Erholung ab 2027 erwartet

Allein Sitz-Steh-Arbeitsplätze werden bis 2029 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,8 % zulegen – deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Die echte Erholung steht jedoch noch bevor: Für 2027 wird eine deutliche Beschleunigung des Wachstums erwartet, wobei der Markt im Jahresvergleich um 6,3 % expandieren soll.

Der österreichische Markt wird 2026 um moderate 1,0 % auf 262,3 Mio. Euro wachsen, nachdem er im Vorjahr um 7,9 % zurückgegangen war – ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen zurückkehrt, wenn auch vorsichtig. Der langsame Start spiegelt wider, dass Unternehmen nach einem Jahr verschobener Investitionen noch immer abwägen, ob sie erneut in Büroflächen investieren sollen, wobei die Bautätigkeit erst allmählich anzieht. Mittel- und Osteuropa erholt sich deutlich schneller: Der CEE-Büromöbelmarkt wird 2026 voraussichtlich um 5,3 % wachsen und 1,25 Mrd. Euro erreichen, gestützt durch ein stärkeres zugrunde liegendes Wirtschaftswachstum und einen aktiveren Bausektor in der gesamten Region.

Die beiden Märkte entwickeln sich zudem in unterschiedliche Richtungen. Österreich ist der stärker auf Ergonomie ausgerichtete Markt, auf dem Sitz-Steh-Arbeitsplätze bereits 9,4 % des Umsatzes ausmachen, verglichen mit nur 2,5 % in Mittel- und Osteuropa. Dieses Segment wächst in Österreich am schnellsten, neben Lounge-Sitzmöbeln, die den informellen Austausch zwischen Kollegen fördern sollen. In Mittel- und Osteuropa hingegen bleibt der Markt eher traditionell, wobei allein Drehstühle 31,7 % des Gesamtumsatzes ausmachen.

Die Vertriebsstrukturen verdeutlichen eine weitere Kluft zwischen den beiden Märkten. In Österreich erfolgen fast 59 % des Büromöbelumsatzes direkt vom Hersteller an den Kunden, was ein österreichisches Spezifikum ist. In Mittel- und Osteuropa machen Direktverkäufe nur 39,7 % aus.

„Mittelfristig hat der CEE-Raum ein sehr hohes Wachstumspotenzial, da es einen Trend zu höherwertigen Lösungen gibt. Hier gibt es noch viel Luft nach oben“, meint Frederik Lehner, Geschäftsführer von InterConnection.

In den kommenden Jahren wird sich der Wettbewerb zunehmend von Produkten hin zu Arbeitsplatzkonzepten verlagern. Hersteller müssen Lösungen anbieten, die Ergonomie, Flexibilität und digitale Integration vereinen und gleichzeitig der wachsenden Preissensibilität der Kunden Rechnung tragen. Gleichzeitig entwickelt sich das Büro zu einem Ort, der Zusammenarbeit und Unternehmenskultur fördert, anstatt lediglich Schreibtische und Stühle bereitzustellen.

Laura Wiesner, Geschäftsführerin von Wiesner-Hager

Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass beide Märkte bis 2029 weiterwachsen werden: Österreich wird ein Volumen von 303,1 Mio. Euro erreichen, während sich der CEE-Markt der Marke von 1,46 Mrd. Euro nähern wird, angetrieben durch anhaltende Investitionen in moderne Arbeitsumgebungen und die fortschreitende Erholung der Bürobaukonjunktur.

Weitere Informationen finden Sie unter www.interconnectionconsulting.com
Quelle: Interconnection