RegioData-Analyse: Konzentration im österreichischen Einzelhandel steigt weiter!

In den meisten Branchen liegt die Marktkonzentration der fünf größten Marktteilnehmer bereits bei über 70 %

. Eine künftige weitere Erhöhung des Konzentrationsgrades ist vor allem in der Baumarktbranche und im Elektro-/Elektronikhandel zu erwarten.

Händlermacht setzt Markt unter Druck

Österreich ist seit vielen Jahren ein Land sehr hoher Marktkonzentration im Einzelhandel. Selbst im internationalen Vergleich kann es beachtliche Konzentrationsgrade vorweisen, die sonst nur in Skandinavien erreicht werden. Die Rolle des Einzelhandels und die dabei entstandene Machtstellung ist bereits so groß, dass sie sowohl Hersteller als auch kleinere Handelsbetriebe ordentlich ins Schwitzen bringt.

In 6 von 9 Branchen halten die Top 5 über 70 % Marktanteil

In sechs von neun Branchen liegt die Marktkonzentration der Top-5-Anbieter laut jüngster Bran-chenerhebungen bei über 70 %. Das zeigt, dass der Markt bereits zu einem hohen Teil ausgeschöpft ist
. Und auch wenn Wachstum in Form von Übernahmen oder Expansionen in dieser Marktsituation kaum noch für möglich gehalten wird, wachsen einzelne Marktteilnehmer organisch weiter und ge-winnen so noch mehr an Dominanz.

Im Zeitverlauf wurde ersichtlich, dass der Konzentrationsgrad jedoch nicht generell steigt, sondern es branchenspezifische Unterschiede gibt. Zwei Branchen, in der sich der Konzentrationsgrad ver-mutlich zukünftig weiter erhöhen wird, sind Baumärkte und der Elektro-/Elektronikhandel
. Beide Branchen hatten schon in den letzten Jahren die rasanteste Steigung hingelegt
. Demgegenüber stagniert – auf sehr hohem Niveau – der Konzentrationsgrad im Lebensmittel- sowie Drogerie- und Parfümeriehandel. Im Möbel- und Bekleidungshandel sinkt er sogar leicht.

Hohe Händlerkonzentration sorgt für Spannung am Markt

Österreichs Einzelhandel hat seit vielen Jahren eine sehr hohe Marktkonzentration . Das bedeutet, dass ein immer größer werdender Einzelhandelsumsatz von einer immer geringer werdenden Anzahl von Handelsunternehmen erwirtschaftet wird. Ausschlaggebend dafür ist einerseits, dass es sich bei Österreich um ein kleines Land handelt und es hier schnell möglich ist, ein landesweites Filialnetz zu errichten und andererseits, dass sich deutsche Großkonzerne aufgrund der räumlichen und kulturel-len Nähe hierzulande gerne niederlassen. Eine hohe Marktkonzentration hat natürlich Konsequenzen, auch für die Markenartikelhersteller.

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Quelle: RegioData Research