Nach rückläufigen Ergebnissen in den Jahren 2023 und 2024 hätten sich die deutsch-österreichischen Handlungsbeziehungen zwar wieder erholt, doch von einem Aufschwung könne nicht die Rede sein und die Herausforderungen seien nach wie vor groß, so Pötsch im Rahmen der 71. Generalversammlung der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK), die am Donnerstagabend im Palais Niederösterreich in Wien stattfand.
„Angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken sind in Österreich und Deutschland derzeit moderate Lohnsteigerungen das Gebot der Stunde“, betonte Pötsch. So verständlich der Wunsch nach einem vollständigen Ausgleich der Kaufkraftverluste sei, müssten die Tarifpartner in Deutschland und Österreich auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen im Blick behalten. Wichtig sei es nun, die Teuerung nicht weiter anzuheizen und den Unternehmen Spielraum für Investitionen zu erhalten.
Im Anschluss an die Generalversammlung luden der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und DHK Präsident Hans Dieter Pötsch zum „Hessischen Abend“, bei dem sich allen DHK Mitgliedern und Gästen die Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen und Networking in den historischen Räumlichkeiten des Palais Niederösterreich bot.
Hessischer Abend der DHK bringt Wirtschaft und Politik in Wien zusammen
Das Land Hessen und die Deutsche Handelskammer in Österreich (DHK) luden am Donnerstagabend im Anschluss an die DHK Generalversammlung zum „Hessischen Abend“ ins Palais Niederösterreich in Wien ein. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Österreich und einem der wirtschaftsstärksten deutschen Bundesländer.
„Hessen ist ein bedeutendes europäisches Wirtschaftsdrehkreuz, ein führender Standort für Weltmarktführer, Hochtechnologie und Finanzwirtschaft“, stellte DHK Präsident Hans-Dieter Pötsch das deutsche Bundesland vor.
Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein betonte in seiner Festrede die enge Partnerschaft zwischen Hessen und Österreich, die von wirtschaftlicher Stärke, Innovationskraft und gegenseitigem Vertrauen geprägt sei. „Wir teilen Werte wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie die feste Überzeugung, dass sich Leistung lohnen muss“, so Rhein. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten komme es darauf an, diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen – in der Gesundheitswirtschaft, bei Industrie 4.0 und Automatisierung, bei Elektromotoren und Mobilität. Rhein: „Gemeinsam wollen wir neue Chancen für Unternehmen erschließen, Freiräume für unternehmerisches Handeln schaffen und Europa als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort stärken.“
Als Vertreter der österreichischen Bundesregierung bedankte sich Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung, Verfassung, öffentlichen Dienst, Koordinierung und Kampf gegen Antisemitismus, in seinen Grußworten für die gute Zusammenarbeit von Hessen mit Österreich. „Wir haben die Chance, Dinge positiv zu verändern“, so Pröll mit Verweis auf Künstliche Intelligenz und die aktuellen Transformationsprozesse in der Wirtschaft. „Es liegt an uns, diese Chancen bestmöglich zu nutzen.“
LH-Stellvertreter Stefan Pernkopf hob in Vertretung der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Bedeutung der Energieversorgung für die Wirtschaft hervor. Niederösterreich setze dabei stark auf den Ausbau erneuerbarer Energie, insbesondere der Windkraft, so Pernkopf. Gemeinsamkeiten von Niederösterreich mit Hessen sieht er nicht nur in der Innovationskraft beider Regionen, sondern auch in der Kultur und dem Weinbau, womit Pernkopf galant zum kulinarischen Ausklang des Events mit hessischem und österreichischem Wein überleitete.
Mehr als 200 Gäste nutzten die Gelegenheit zur Vernetzung und zum Austausch
Unter ihnen die DHK Präsidiumsmitglieder Axel Kühner (ASK Management), Elisabeth Hintermann (Mühldorfer GmbH & Co. KG), Thomas Birtel, Joachim Schönbeck (Andritz AG) sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik beider Länder, wie der deutsche Botschafter Vito Cecere, Willibald Ehrenhöfer (Zukunftsressort des Landes Steiermark), Jürgen Ratzinger (Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main), Björn Hertzer (Deutsche Bank), Christoph Knogler (Keba Group), Philipp Wassenberg (ERGO Versicherung), Helmut Weinwurm (Robert Bosch), Wolfgang Schwarz (Carl Zeiss), Wolfgang Huemer (Zoller Austria), Christian Kallinger (VNT Automotive), Alexander Zach (Merz Pharma Austria), Mahmut Türker (Airbus Defence and Space), Herbert Henninger (Primion), Peter Klement (Xervon Austria), Reinhard Suppan (ÖSWAG Werft Linz), Melita Mindermann (Messe Offenbach), Alessandro Cacciola (Gebrüder Weiss), Georg Krause (msg Plaut), Laszlo Dernovic (Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.), Peter Koren (Industriellenvereinigung), Christopher Neff (Merck) sowie Georg Huber (GPK Pegger Kofler & Partner).
Durch den Abend führte die gebürtige Hessin Beatrice Schmidt, Geschäftsführerin der FM FORUM Industriemedien.
Weitere Informationen finden Sie unter www.oesterreich.ahk.de/de
Quelle: DHK





