Besonders erfreulich seien weiterhin die Zahlen für den Küchenmöbelsektor. Hier habe das 1. Quartal einen Anstieg der Umsätze um 4,8 % ergeben, allerdings unterschiedlich stark ausgefallen im Inland- bzw. Auslandsgeschäft. Während das Inlandsgeschäft „lediglich“ um 2,1 % gewachsen sei, bleibt die Entwicklung im Auslandsgeschäft weiterhin überdurchschnittlich.
Küche stabil auf Erfolgskurs
So haben die deutschen Küchenmöbelhersteller im 1. Quartal um 9,85 % mehr Waren ins Ausland exportiert als im Vorjahr 2015. Dr. Heumann: „Dies ist deshalb besonders bemerkenswert, weil schon das Jahr 2015 für die deutsche Küchenmöbelindustrie überaus positiv ausgefallen ist. Das Wachstum im Auslandsgeschäft des 1
. Quartals 2016 vollzog sich also auf einem ohnehin schon sehr hohen Niveau. Die deutsche Küchenmöbelindustrie hat sich daher weiterhin als die bezüglich Leistungsfähigkeit, Innovation und Design europaweit führender Möbelzweig bewiesen.“
Für die nächsten Quartale erwartet der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK e.V.) ebenfalls eine positive Entwicklung – allerdings leicht schwächer als im 1. Quartal
. Und analysiert weiter: „Im 1. Quartal sind die Auftragseingänge etwas geringer angestiegen als die Umsätze. Daher gehen wir zwar immer noch von einer positiven Entwicklung aus, allerdings in einer etwas abgeschwächten Höhe.“

Monatsbericht zur Deutschen Küchenmöbelindustrie im 1 . Quartal 2016
Weitere Aufhellung bei Polstermöbeln
Dr. Heumann stellt fest: „Nach dem Statistischen Bundesamt sind die Umsätze der deutschen Polstermöbelindustrie im 1. Quartal um -3,3 % zurückgegangen. Der Rückgang nimmt hauptsächlich Bezug auf das Inlandsgeschäft mit einem Minus von -5,0 %. Dem gegenüber stagniert das Auslandsgeschäft faktisch mit einem geringen Zuwachs von 0,4 %.“
Die interne Auftragsstatistik des Polstermöbelverbandes hingegen spricht eine völlig andere Sprache. Hier sind die Auftragseingänge der Branche im 1. Quartal insgesamt um 5,5 % gestiegen bzw. aus dem Inland um 4,1 % und dem Ausland um 9,9 %. Nach Angaben des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie sind diese Widersprüche in den Statistiken allerdings erklärbar.

Monatsbericht zur Deutschen Polstermöbelindustrie im 1. Quartal 2016
Vertrauen auf die interne Erhebung
Hauptgrund ist der unterschiedliche Teilnehmerkreis. Während die amtliche Bundesstatistik nur Unternehmen erfasst, die in Deutschland produzieren, und bei Firmen mit Produktionsstätten sowohl in Deutschland als auch im Ausland nur die Umsätze der deutschen Standorte einbezieht, bildet die interne Auftragsstatistik des Verbandes bewusst den Markt und nicht lediglich die innerdeutsche Produktion ab.
Wohn- und Schlafraummöbel amtlich verzerrt abgebildet
Für die Wohn- und Schlafraummöbelindustrie existiert nach Angaben des Verbandes faktisch nur die interne Auftragsstatistik des VdDW e.V. Dr. Heumann: „Die Wohn- und Schlafraummöbelhersteller fließen in die amtliche Statistik lediglich zusammengefasst unter dem Posten „Sonstige Möbel und Möbelteile“ ein. Eine gesonderte statistische Erfassung im Monatsrhythmus existiert nicht.
Im allumfassenden Segment „Sonstige Möbel und Möbelteile“ machen allerdings „Möbelteile“ mit einem Anteil von über 40 % den weitaus größten Brocken aus. Zu Möbelteilen gehören aber ebenso Arbeitsplatten wie Fronten für Küchen oder Komponenten für „Sonstige Möbel“ beispielsweise im Outdoor- oder auch Badbereich
. Somit lassen sich die Zahlen aus der Nomenklatur „Sonstige Möbel und Möbelteile“ nicht seriös für eine Bewertung der Entwicklung der Wohn- und Schlafraummöbelindustrie nutzen.

Auftragspanel der Deutschen Wohnmöbelindustrie im 1. Quartal 2016
Positive Trendwende bei Wohnen und Schlafen?
Nach der Statistik des Verbands der Deutschen Wohnmöbelindustrie sind im 1. Quartal 2016 die Auftragseingänge um 3,6 % gestiegen, wobei auch hier der Anstieg aus dem Inland mit 2,0 % geringer ausgefallen ist als der Anstieg im Auslandsgeschäft mit 7,7 %. Insgesamt fällt die Auswertung des Verbandes aber nun vorsichtig optimistischer aus: Wir rechnen auch im weiteren Verlauf des Jahres 2016 mit einem positiven Gesamtergebnis – allerdings auf niedrigerem Niveau als 2015. Insbesondere im Wohnmöbel- und Schlafraummöbelsektor herrscht im Übrigen ein teilweise ruinöser Importdruck, der primär im konsumigen Sektor des Inlandsmarktes zu einem kannibalisierenden Verdrängungswettbewerb geführt hat.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.vhk-herford.de
Quelle: VHK-Herford VdDW, Destatis, HDH/VDM, VdDP
