OÖ Handelskongress – QUER-DENKER handeln vom 20.4. in Linz

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„Die Zeiten sind sehr herausfordernd für Betriebe und das nicht nur den Handel betreffend“, eröffnete Spartenobmann Christian Kutsam die Veranstaltung. In der Tat bringt die sich verändernde Gesellschaft neue Kundenwünsche mit sich, die es zu erfüllen gilt
. Dies sei im Angesicht des Angebot-Überflusses jedoch eine große Herausforderung, die sich nur durch den Willen, ausgetretene Pfade zu verlassen, bewältigen lässt.

Man muss den Sprung in das kalte Wasser wagen, um zu neuen Ufern zu gelangen. Das erfordert nicht nur eine große Portion Mut und ein Quäntchen Glück: In erster Linie bedarf es der richtigen Strategie, denn viele Unternehmen begehen den Fehler, an der falschen Aufgabenstellung zu arbeiten, wie die deutsche Referentin Anke Meyer-Grashorn von der Beratungsfirma „große Freiheit“ betonte. Seit fast 20 Jahren unterstützt sie namhafte Unternehmen bei der Entwicklung neuer Ideen und der Umsetzung in zukünftige Markterfolge.

Handel an Bedürfnisse der Kunden anpassen
Auch Peter Johann Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel, legt seinen Fokus auf Kundenbedürfnisse. Neben der Ausbildung seiner Mitarbeiter und einem modernen, zeitgemäßen Auftritt, sei in erster Linie der Kunde der Käufer und somit derjenige, der den Umsatz bestimmt. Daher sollte man den Kunden in den Mittelpunkt aller Geschäfte stellen und das Sortiment nach seinen Wünschen ausrichten.

Auch Johannes Gutmann, Gründer der Biofirma Sonnentor aus dem Waldviertel, lässt sich von den Vorstellungen seiner Verbraucher leiten und betont: „80 Prozent der Ideen kommen von unseren Klienten. Wenn ein Kunde sagt, was er will, dann nehmen Sie das an.“

Querdenken zu Beginn oft nicht einfach
Innovationen oder herkömmliche Produkte, ganz den Kundenbedürfnissen entsprechend, klingen laut Meyer-Grashorn zwar interessant, erfordern jedoch den Willen zur Erweiterung des Horizonts und oftmals liegt genau dort „der Hund begraben“. Denn laut einer deutschen Langzeitstudie sträuben sich 81 Prozent der Gesamtbevölkerung gegen Veränderungen. Nun stellt sich die Frage, wie man trotz anfänglicher Scheu vor neuen Wegen die ausgetretenen Pfade verlassen kann. Manche Menschen stecken voll Ideenvielfalt, andere brauchen etwas länger, bis der zündende Einfall kommt: Wichtig ist, sich entsprechend Zeit zu nehmen und ohne Druck an die Sache heranzugehen.

Zusammenarbeit bringt frischen Wind
„Co-creation ist eines der Zauberworte, die einem neuen Input verschaffen können, vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen
. Wenn Unternehmen mit ihren Kunden, beziehungsweise ihren Mitarbeitern zusammen an der Entwicklung eines Produktes arbeiten, ergibt sich oftmals eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Der Betrieb kennt die Bedürfnisse des Kunden und der Kunde wiederum erhält das Produkt nach seinen Vorstellungen“, ist Meyer-Grashorn überzeugt.

Für Unternehmer lohne es sich, all seine Mitarbeiter in die Denkprozesse miteinzubeziehen, um ein möglichst breites Spektrum an kreativem Gedankengut zu erhalten. Unternehmen wie Linux und Wikipedia sind sogenannte Co-creation-Produkte und auch Nike, Lego, McDonald‘s sowie viele weitere beziehen ihr Klientel direkt bei der Entwickiung der Ideen ein. Unter anderem werden auf Internet-Plattformen Querdenker angeregt, aktiv ihren Input zu liefern und damit frischen Wind in die Betriebe zu bringen.

Der Auftritt nach außen prägt den Erfolg
Man brauche Wiedererkennungswert, um sich in den Köpfen der „Überflussgesellschaft“ einzuprägen, betont Heinzlmaier und fügt hinzu: „Wir haben von allem zu viel: Einen Überschuss an Kommunikation, Information und Waren, der uns permanent umgibt. Die Aufmerksamkeit erreicht man am besten durch das Bild, denn der Mensch ist ein visuelles Wesen.“ Somit sei ein Logo, das Emotionen weckt und in Erinnerung bleibt ausschlaggebend, um aus der Masse herauszustechen, wie auch Gutmann hervorhebt . „Ich tue nichts anderes, als mit meinen Produkten Geschichten zu erzählen“, sagt der Sonnentor-Chef, der seine natürlichen Kräutermischungen, Gewürze und Tees mit einer einprägsamen Gestaltung auf den Markt bringt. Mit 450.000 verkauften Packungen war 2015 der Tee-Adventkalender das beliebteste Sonnentor-Produkt.

Gemäß dem Motto „Mach dich selten, lass dich gelten“, rät Heinzelmaier den Handelsbetrieben, ihr Angebot zu verknappen. „Waren, die sich uns aufdrängen, wird keine Wertschöpfung entgegengebracht. Daher ist es wichtig, das Angebot zu reduzieren und dem Kunden etwas Wertvolles zu bieten, denn die Überfüllung haben wir sowieso jeden Tag.“ Weiters appelliert der Trendforscher an das Publikum, sich nicht vor Risiko zu scheuen. „Wenn man in der Zeit der Überfülle an Informationen nichts riskiert, wird man übersehen werden!“

Auch wenn Veränderungen eine große Portion Mut erfordern, sollte man die Herausforderung als Chance sehen, zu neuem Input zu gelangen
. Der Sprung in das kalte Wasser bringt zwar die Eventualität von Misserfolgen mit sich, doch „erst bei Krisen ist man bereit, etwas zu ändern“, hebt Gutmann hervor.


Zahlreiche Gäste informierten sich am diesjährigen Handelskongress in Linz

Quelle: WKOOE/Foto (© Maringer Andreas/cityfoto)

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